Es gibt viele Situationen, in denen Fragen rund um die Geldanlage auftauchen. Damit solche Investments erfolgreich sind, empfiehlt es sich, in einem strukturierten Prozess die persönliche Anlagestrategie zu erarbeiten. Allerdings spielt die Zeit auch eine wesentliche Rolle beim Erreichen persönlicher Ziele mit der Geldanlage.

Geld anlegen: Worauf muss man beim Investieren besonders achten?

Nicht jede Geldanlage ist für jeden gleich gut geeignet. Somit gibt es keinen Königsweg wie Geld richtig angelegt wird. Vielmehr gilt es das für die eigene Situation richtige Vorgehen zu entwickeln. Das geschieht auf der Basis einer gründlichen Situationsanalyse, bei der vor allem die Zielvorstellungen der Kapitalanlage mit einfliessen. Oftmals wollen Anleger mit der Geldanlage nicht einfach nur Zinsen und Rendite erzielen, sondern mit ihrer Anlageentscheidung gleichzeitig einen gesellschaftlich oder ökologisch positiven Effekt bewirken.

 

1) Ausgangslage analysieren

Damit nun eine solide und zukunftssichere Entscheidung getroffen werden kann, sollte die Ausgangslage sauber analysiert werden:

  • Wie viel Geld steht für die Anlage zur Verfügung?
  • Ist es ein einmaliger höherer Betrag oder lässt sich monatlich ein fester Betrag zur Seite legen?
  • Wie langfristig soll die Anlage erfolgen?
  • Möchte man das Geld in drei, fünf oder erst zwanzig Jahren wieder beziehen?
  • Welche Beträge wird man in den kommenden zwei, drei Jahren für grössere absehbare Anschaffungen benötigen?
  • Und wie viel Geld sollte abseits dieser Überlegungen zur Kapitalanlage in den kommenden Jahren für die persönliche Vorsorge verwendet werden?

Erst nachdem man eine solche Gesamtschau der eigenen finanziellen Situation durchgeführt hat, erhält man Klarheit über den Betrag, der heute und in Zukunft zur Geldanlage am Kapitalmarkt investiert werden kann.

 

2) Anlageklassen auswählen

Anschliessend kann man einen Blick auf die verschiedenen verfügbaren Möglichkeiten der Geldanlage sowie deren Ertrags- und Risikopotenziale werfen. Nicht überall gibt es die gleichen Zinsen oder Kursgewinne zu erwarten. Manchmal sind Zins- oder Kurserträge sicherer, manchmal variabler. Auch hier gilt es wieder einen tragfähigen Kompromiss zu erarbeiten:

  1. Wie viel Risiko will man in Kauf nehmen?
  2. Ab welcher Rendite will man anlegen?
  3. Ab welcher Verlusthöhe wird man zu nervös, um festzuhalten? Ein vorzeitiger Abbruch von Investments, weil man Angst um sein Geld hat, zerstört so manche Renditechance.

Bei der Geldanlage ist die Auswahl von Investments anspruchsvoll

Nun treten die vielfältigen Anlagemöglichkeiten auf dem Geld- und Kapitalmarkt auf den Plan. Wir unterscheiden hier grob die folgenden Anlageklassen. Sie sind nach Liquidität sortiert, also danach wie rasch und einfach man aus seiner Geldanlage wieder aussteigen kann. Generell gilt, dass Kapitalanlagen mit geringerer Liquidität diesen Nachteil mit einer etwas höheren Zins- oder Renditeaussicht entschädigen. Allerdings muss jeder Anleger für sich entscheiden, ob ihm die festere Bindung seiner Geldanlage das auch wert ist.

 

Anlageklassen: Übersicht

Liquide Anlageformen

  • Bargeld
  • Kontokorrentkonto
  • Fremdwährungen
  • Geldmarktanlagen
  • Geldmarktfonds

 

Anlageformen mit beschränkter Liquidität

  • Kryptowährungen
  • Anlagefonds Geldmarkt

Liquide Anlageformen

  • Kotierte Anleihen
    • Direktinvestments in Anleihen (Bonds)
    • Anlagefonds / ETFs mit Anleihen
    • Hedge Funds Anleihenmarkt

 

Anlageformen mit beschränkter Liquidität

Liquide Anlageformen
  • Börsengehandelte Immobilienanlagen
    • Immobilienaktien
    • Immobilienfonds

 

Anlageformen mit beschränkter Liquidität

  • Immobilien Direktanlagen
    • Anteile an Immobiliengesellschaften
    • Renditeliegenschaften

Liquide Anlageformen

 

Anlageformen mit beschränkter Liquidität

  • Private Equity
    • Venture
    • Buyout
    • Distressed Assets

Liquide Anlageformen

  • Anlagefonds
  • Warentermingeschäfte
  • Strukturierte Produkte

 

Anlageformen mit beschränkter Liquidität

  • Physische Anlage

Geld anlegen ohne Risiko: Geht das?

Die Tabelle zeigt: Es gibt viel Auswahl bei der Geldanlage. Oft wollen Anleger jetzt den grössten Gewinn machen. Das ist aber nicht der richtige Leitstern. Denn es gilt im Kapitalmarkt ganz besonders:

 

„There’s no such thing as a free lunch”

 

Es gibt also kein kostenloses Mittagessen. Und auf den Kapitalmärkten gibt es keinen Gewinn ohne Risiko, denn die Gewinnaussicht ist die Belohnung für die Gefahr des Risikos. Für jede erwartete Rendite muss also das entsprechende Risiko in Kauf genommen werden. Bei hohen Gewinnaussichten sind die Risiken also auch sehr hoch, und daran denken dann die wenigsten.

Damit das Risiko in einem persönlichen Portfolio nicht zu gross wird, tritt nun die Diversifikation auf den Plan. Sie besagt, dass sich die Streuung von Risiken lohnt. Je mehr verschiedene Anlageklassen und Anlageninstrumente sich in einem Portfolio befinden, desto resistenter wird das Portfolio gegenüber spezifischen „Schocks“ in einzelnen Bereichen: Das können Kurseinbrüche wegen verseuchter Babynahrung sein, Leitzinsveränderungen, politische Abstimmungen.

 

Das Risiko der Geldanlage mit Diversifikation verkleinern

Die meisten gängigen Portfolios sind so diversifiziert, dass sie nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen beinhalten. Aktien sollen Rendite liefern, die Anleihen für Sicherheit sorgen. Allerdings sind insbesondere kotierte Anleihen im derzeitigen Tiefzinsumfeld recht unattraktiv geworden. Vor allem besonders sichere Staatsanleihen rentieren oft gar nicht mehr, wenn sie nicht sogar negativ rentieren, unter dem Strich also Geld kosten. Hier werden nun oft Unternehmensanleihen oder Alternativen eingesetzt. Eine neuere Möglichkeit in diesem Bereich sind Crowdlending-Kredite, die von spezialisierten Plattformen an KMU eines Landes vergeben werden. Hierbei sind die Zinsaussichten für Kapitalanleger wesentlich besser als im Bereich kotierter Anleihen – natürlich sind auch die Risiken vergleichsweise höher.

 

Diversifikation innerhalb der Anlageklassen

Die Diversifikation spielt aber nicht nur über Anlageklassen hinweg, sondern auch innerhalb der Anlageklassen eine Rolle. Das zeigt unsere nächste Übersicht einmal beispielhaft an bekannten und modernen Anlageklassen:

  • Verschiedene Weltregionen
  • Zyklische vs. nicht-zyklische Branchen
  • Wachsumstitel vs. Value Stocks
  • Arten von Anleihen
    • Staatsanleihen
    • Unternehmensanleihen
    • Wandelanleihen
  • Unterschiedliche Rating-Kategorien
  • Laufzeiten
  • Regionen
  • Branchen
  • Arten von Immobilien
    • Wohnimmobilie
    • Gewerbeimmobilie
  • Lage
    • Ballungszentren
    • Peripherie
  • Qualität
    • Grösse
    • Alter
  • Rating-Kategorie
  • Laufzeit
  • Branche
  • Region

 

Das persönliche Portfolio: Geldanlage im Gleichgewicht von Gewinn und Risiko

Für jeden Anleger ist es eine individuelle Entscheidung, welche Ziele er mit seinem Portfolio verfolgt. Auf dieser Basis kann eine Portfoliozusammensetzung entwickelt werden, welche den persönlichen Eigenheiten und Bedürfnissen Rechnung trägt. Die Erarbeitung der eigenen Anlagestrategie kann gemeinsam mit professionellen Beratern erfolgen. Dabei ist es wichtig, dass diese unabhängig von Produkten eines bestimmten Anbieters beraten können. Sonst besteht das Risiko, dass sich im Portfolio eine Auswahl an Kapitalanlageinstrumenten befindet, die eher zum Vorteil des Beraters (oder seines Arbeitgebers) als zum Vorteil des Kunden ist. Während Kundenberater in Banken in der Regel ohne direkte Honorare tätig sind, nehmen freie Honorarberater Geld für ihre Dienstleistung. Bei letzteren sind die Interessenverhältnisse klarer und transparenter.

 

Geld anlegen: Impact Investing in der Schweiz und darüber hinaus

In den vergangenen Jahren ist zudem das Impact Investing ein Thema geworden. Hierbei geht es darum, mit einem Investment nicht nur eine finanzielle Rendite zu erzielen, sondern auch eine bestimmte Entwicklung zu unterstützen. So ist in Entwicklungsländern die sogenannte Mikrofinanz ein beliebtes und anerkanntes Anlageinstrument geworden, um mit Krediten an Kleinstunternehmen sinnvoll Armut zu bekämpfen. Investoren in Mikrofinanzfonds winkt die Aussicht auf zweierlei Erfolg: Einmal den finanziellen Anlageerfolg, aber auch das Bewusstsein, eine für die Zielländer vorteilhafte wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Durch das Crowdlending ist Mikrofinanz auch in der Schweiz möglich: Hierbei unterstützen Anleger gezielt einheimische KMU aus unterschiedlichsten Branchen. Investoren erhalten von den KMU dafür einen anständigen Kreditzins. Darüber hinaus tun sie etwas für das Fundament der Schweizer Wirtschaft.

 

Geldanlage: Mit Ausdauer und Disziplin zum Ziel gelangen

Die Navigation durch die vielen Möglichkeiten der Geldanlage ist indessen nur die erste Schwierigkeit auf dem Weg zur Vermögensbildung. Die zweite taucht erst auf, wenn diese erste Hürde genommen ist. Der Faktor Zeit ist eine der wichtigsten Einflussgrössen auf die Entwicklung von Geldanlagen, insbesondere Aktien. Somit gilt es sich bewusst zu sein, dass Ausdauer und Disziplin wichtige Erfolgsfaktoren für die Geldanlage sind. Wer durchhält, kann erleben, dass sich seine anfangs gesetzten Ziele realisieren oder sogar übertroffen werden. Muss man jedoch früher aussteigen, ist das weniger wahrscheinlich.

Matthias Hügle
Anlagespezialist

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